Dienstag, September 23, 2008

Dat Wasser von Kölle ist joot

Ein kleiner Nachtrag zur fröhlichen Demo gegen Europas Rechte am vergangenen Wochenende. Bürgerpflicht erfüllt! Ordentlich mit am Heumarkt gestanden und mit der ganzen Masse der Anständigen verhindert, dass die Pro Köln-Konferenz stattfinden konnte. Das schöne Wetter und die kölsche Eigenart, aus so etwas gleich ein Volksfest zu machen, trug sicher zum fleißigen Eintreten für Demokratie bei. Egal. Auch der Genuss zu wissen, dass man einmal mit der großen Mehrheit, also auch mit Leuten zusammen, mit denen man nicht immer einer Meinung ist, für eine gute Sache einsteht, erschließt sich nicht jedem. Am interessantesten fand ich den Moment als der schwarze Block um die Ecke bog und mit einem Mal im Angesicht der Bühne mit Brings darauf stand. Die Schlachtrufe "Hoch die internationale Solidarität" - durchaus unterstützenswert aber doch etwas ernst und eintönig - vermischte sich mit "So lang mer noch am Läwe sin" und es war eindeutig: auch einige der Antifa-Leute haben sich im Rhythmus des Karnevalskrachers bewegt.

Montag, September 22, 2008

Ausblick mit Benz

Da man es als Gutverdiener bekanntermaßen nicht einfach hat, wird nun endlich in einer sorgevollen Angelegenheit Abhilfe geschaffen: man muss sein Auto, seinen Liebling, sein Baby nicht mehr in zugigen Garagen stehen lassen oder gar frei der Unbill des Wetters oder der Zerstörungswut des Mobs ausliefern. Dank des neuen Carlofts kann der über alles geliebte Rolls, Mercedes oder Aston Martin mit in die sicheren Gefilde der eigenen vier Wände kommen. Er kriegt sogar seinen eigenen, mit Samtwänden und individuell einstellbaren Lichtstimmungen ausstaffierten Aufzug zur Verfügung gestellt. Das supersoziale Element an der Sache: Der Platz, den das Ego auf vier Rädern normalerweise auf der Straße eingenommen hätte, steht nun einem Obdachlosen als Schlafhort zur Verfügung. So haben wieder alle was davon, wenn manche immer reicher werden. Wer will da noch gegen den Turbo-Kapitalismus wettern?

Freitag, September 19, 2008

Neues von der Farm

Fannie Mae und Freddie Mac - dachten außer mir noch mehr in der Finanzwelt fremdelnde Personen erstmal: Hey, das waren doch zwei von den süßen Bälgern bei 'Unsere kleine Farm'? So, und nun sind die frech dreinblitzenden und stets zum Chaotischen neigenden Fannie Mae und Freddie Mac - vielleicht ist auch noch Sue Ellen Cash mit von der Partie - also mal wieder ausgebüchst. Haben die Grenzen der Farm hinter sich gelassen und streunern irgendwo ungeschützt in der offenen Prairie herum, die da frei ist vom schützenden undurchsichtigen Dickicht des Greenspan Forest. Dabei hatte man sie doch gewarnt. Irgendwo da draußen sollen sich auch die berüchtigten Lehman herumtreiben, denen - so munkelt man - wirklich von keiner vernünftigen Seele mehr zu helfen ist. Vielleicht sollten die Kleinen demnächst besser aufpassen mit ihren waghalsigen Abenteuern. Könnten sie doch nur das gemütliche Leben auf der Farm etwas mehr genießen, anstatt ständig neue Entdeckungen und Eroberungen anzustreben - dann würde es den lieben Eltern, die so viel Vertrauen in sie setzten und auch dem ganzen County wohl besser gehen.

Freitag, September 05, 2008

Lieber Huber, Erwin: Jetzt wird's eng!



Die Erzkonservativen machen ernst: Schluss mit Multikulti-Dialekten. Ihr soats jetza g'fälligst olle hochdeitsch redan.