Dienstag, April 22, 2008

Lieber unbeliebt bleiben?

Super, Tokio Hotel! Dank der völkerverständigenden Hysterie, die die Teenie-Band derzeit überall in Europa auslöst, schreiben sich jetzt Massen junger Franzosen (v.a. wohl Französinnen, oder wie ist das mit der Wirkung und der Fangemeinde der metrosexuellen Jungpopper?) für Deutschkurse ein - nur um sauber sagen zu können "Isch will ein Kind von Dir, Biell". Tokio Hotel also als Botschafter für ein Land, das nun endlich auch international aktiv im Bereich Grotten-Kultur ist. Ob man da nicht lieber unbeliebt bleibt?
Früher beschränkten sich die Deutschen ja eher darauf, jedem noch so schlimmen Song aus dem angelsächsischen Kulturraum durch die Gassen zu folgen. "Everybody had a number one hit in Germany. David Hasselhoff had a number one hit in Germany. Seems, they don't understand so much 'bout music there", sagt Lee Majors über seinen Hit "The unknown stuntman". Das Interview ist auf dem Bonusmaterial der DVD mit der ersten Staffel von "Ein Colt für alle Fälle" zu sehen, die ich mir kaufen musste. Schließlich fand ich die Serie toll - und natürlich den Titelsong, ich verstand also auch nicht soviel von Musik, naja. Schließlich steht er für eine Welt, in der das schlimmste Klimaproblem war, wenn Colt - zigarrerauchend - ein Regentropfen in seine Badewanne vorm Haus mit Ausblick über L.A. fiel und in der man die coolen Jungs mit Pick-ups oder Trucks noch cool finden durfte.