Dienstag, Dezember 04, 2007

Kämpfer für die gute Einsicht

Wie bereits abzusehen ist, wird bei der Weltklimakonferenz auf Bali mal wieder nichts heraus kommen. Zu konfliktär die Interessen, zu bequem jede einzelne Partei, das eigene Verhalten radikal zu ändern. Gottlob gibt es ein paar unerschrockene Boulevard-Journalisten, die uns daran erinnern, wie schädlich unser Tun für den Planeten ist. Ein ums andere Mal erinnern sie den Kleinbürger daran, dass seine dumpfen Spießer-Vergnügungen wie Formel 1-Rennen, großen Schaden anrichten, dass er auch im Alltag Einschränkungen, z.B. die Reduzierung der Raumtemperatur oder den Verzicht aufs Auto, hinnehmen muss. Vorbildlich, wie unerschüttert diese Ritter des gedruckten Wortes uns stets daran erinnern, wie dekadent es ist, mit 200 Sachen über die Autobahn (die ja ohnehin historisch belastet ist) zu brausen, während arme Menschen in Insel-Staaten die Zeche für den Spaß zahlen.
Für den deutschen Autofahrer bzw. für sein Gewissen winkt jedoch Erlösung. Die Allianz bietet ein kleines feines Extra für ihre Versicherungen an. Der Kunde kann in Verbindung mit dem Allianz Kfz-Schutz Zertifikate erwerben, mit denen irgendwo in der Welt CO2-Minderungen finanziert werden. Ein Beispiel sind neue Biomasse-Kraftwerke in der Wüste Nordchinas, deren Heizstoff Sträucher sind, die man eigens zur Eindämmung der Wüstenbildung und für die Verfeuerung als Bio-Kraftstoff anbaut. Dass die Zertifikate, die der ökologische Energie-Erzeuger abgeben kann, über Zwischenhändler gehen - geschenkt. Wichtig ist nur: Gas geben und damit die Umwelt schützen - ein Traum wird wahr. Jetzt brauche ich nur noch genug Kohle, um mir auch das moralische Recht auf Klimaschädigung zu erkaufen. Ein Schelm, der hier Widersprüche wittert.