Sonntag, November 18, 2007

Asobi Seksu: Schlagzeuger zu 53% ein Tier

Nachdem zwei Tage zuvor Die Türen hier mit ihrem Mathematik-Referendarhaftem Habitus mich und wohl noch viele andere hoffnungsvolle Besucher enttäuschten, war es gestern abend mal wieder richtig schön im Gebäude 9. Der Grund waren Asobi Seksu, eine Indierock-Band aus New York. Sängerin Yuki, ein etwa 1 Meter 55 kleines Persönchen, bildet mit ihrem hellen, Kinderlied-kompatiblen Gesang einen Kontrast zum schnellen, schmetternden Gitarren- und Drumsound der Band. Zueinander finden diese Elemente durch starke Hall-Effekte, wodurch man das Gefühl bekommt, auf einen Traumflug über Kirschblüten-Orgien und schneebedeckte heilige Vulkane geschickt zu werden. Gesungen wird mal englisch, mal japanisch, wobei die kantigen Silben und vor allem die stimmhaften Vokale in letzterer Sprache wunderbar zum sphärisch-schwebenden Gesamtklang passen.
Asobi Seksu ist natürlich japanisch und bedeutet soviel wie ausgelassener Sex oder Spaß-Sex. Auch wenn sich die Groupie-Schlange in Grenzen hielt, präsentierte sich die Band nach dem Konzert volksnah und signierte fleißig jede gekaufte CD. Auch auf der Bühne haben sie - dem Namen konform - Spaß. Beim letzten Song vor der Zugabe setzt sich Sängerin Yuki hinter die Drums und wird von diesen beinahe verschluckt. Schlagzeuger Ben positioniert ein einzelnes Crash-Becken im Vordergrund, verkriecht sich darunter und hämmert wie ein BSE-infiziertes Neugeborenes darauf ein. Aber Ben ist schließlich auch an animal oder The animal, wie dankenswerterweise vom Rest der Band aufgeklärt wird, mindestens zu 53%.