Montag, November 26, 2007

So ist der Erden-Mensch

Wollen wir wirklich, dass sich so die akkustische Wesensäußerung der Menschheit anhört, die in die Weiten des Orbits transportiert wird? Und wollen wir uns dann wundern, wenn die Grünen Männchen, wenn sie dereinst kommen, keine friedliche und hochentwickelte Kultur bei uns wittern und die Herrschaft sogleich mit Gewalt an sich reißen?

Donnerstag, November 22, 2007

Klimawandel? Geht gar nicht!

Gottlob werden wir in jüngster Zeit ausführlich über Errungenschaften und Thematiken aufgeklärt, die nationalsozialistisch belastet sind und über die wir daher in Zukunft den Mantel des Schweigens breiten sollten. Ein weiteres solches Thema scheint der Klimawandel zu sein. Als Einer der Ersten machte 1941 der Klimatologe Hermann Flohn den menschlichen Einfluss auf das Klima publik. 1941 - genau: dem Leser mit humanistischer Bildung schwant nichts Gutes - der Herr war leider beim Wetterdienst der Deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs tätig.
Wir wollen uns also im Sinne politischer Korrektheit nicht weiter um den anthropogenen Klimawandel kümmern, geschweige denn diesen bekämpfen - am Ende hätten die Nazis den auch bekämpfen wollen (zumindest soweit er das Klima über Großdeutschland beeinträchtigt hätte).
Puh! So eine belastete Vergangenheit kann auch recht bequeme Seiten haben, geht doch ein bitterer Kelch an uns vorüber. Also, Mitbürger: Gas geben, Heizung aufdrehen und noch zwei Wochenend-Flugreisen mehr im Jahr!

Reisen mit gutem Gewissen

Der verantwortungsbewusste Verbraucher setzt heutzutage Zeichen, er wählt nicht nur nach Preis, Qualität und Status aus, sondern bezieht auch Kriterien wie Umwelt-gerechtes und humanitäres Verhalten des Anbieters bei seiner Entscheidungsfindung für ein bestimmtes Produkt mit ein.
Nun ist auch der Tourist Verbraucher, der ein bestimmtes Reiseland aus guten Gründen anderen Ländern vorzieht. Und da der weltreisende Tourist zunehmend aufgeklärter und bewusster agiert, verwundert es nicht, dass auf seiner Favoritenliste ein Land immer weiter oben steht: China. Wer findet es schließlich nicht unterstützenswert, wie das sympathische Riesenreich mit Themen wie Menschenrechten und Meinungsfreiheit umgeht? Herrlich unverkrampft lässt man in der größten Volksrepublik aller Zeiten internationale Konzerne mit ihren Arbeitskräften verfahren und auch was die Umweltpolitik angeht: jeder Betroffene des westlichen Bürokratiewahns - und das sind wir ja schließlich alle - wünscht sich im Stillen chinesische Verhältnisse herbei.
Wenn man nun noch berücksichtigt, wie vorbildlich China seine Kultur- und Naturschönheiten pflegt bzw. optimiert, wundert es nicht, dass das Land bei Touristen immer beliebter wird: aus der erschröcklichen Wildnis der Drei Schluchten des Yangtse hat man einen tadellos ordentlichen Stausee geformt, dem viele weitere an bisher halbstark dahin lümmelnden Flussläufen folgen sollen. Die erbärmlich-armseligen Lehmhütten der Altstädte mit ihren schiefen Dächern sind mittlerweile einheitlich propperen Hochhaus-Siedlungen gewichen. Auch die Nachlässigkeit, entlegenen Gebirgsstämmen eine eigene Kultur und Religion zu genehmigen, leistet man sich nicht mehr. Und den Wald, den mythologisch aufgeladenen Chinesischen Wald, der ein Voranschreiten der Wüste aufhalten soll, kann man sogar stehen lassen, da man sich inzwischen im waldreicheren Sibirien bedient. Ach China - auch ich werde bald dem Ruf Deiner sich stets mehrenden Reize folgen müssen.

Dienstag, November 20, 2007

Strippen für den gesunden Nachwuchs

Tierversuche zeitigen bisweilen erstaunliche Ergebnisse. So hat man an der Universität von Aberdeen herausgefunden, dass Mäuse, die ihre Jungen säugen, hierbei mehr und gehaltvollere Milch bieten, wenn man ihnen das Fell abrasiert. Der Grund könnte darin liegen, dass die Milchproduktion und eine dazu nötige vermehrte Nahrungsverarbeitung den Körper stark erhitzt. Abkühlung wäre somit der Leistungsfähigkeit in dieser speziellen Situation förderlich. Das Ergebnis sei durchaus auf größere Säugetiere übertragbar, so die Forscher. Bekommen wir es nun in Zukunft mit Scharen wenig bekleideter schwangerer Frauen zu tun, die ihre überschüssige Hitze an die Außenwelt abgeben müssen? Die Regel würde ja lauten: je mehr Masse Säugetier sich unter wärmedämmender Verpackung befindet, umso mehr muss gelüftet werden. Das Ergebnis wird abzuwarten sein, zumal wir es schließlich mit dem Problem Klimaerwärmung zu tun haben, man erinnere sich.

Sonntag, November 18, 2007

Asobi Seksu: Schlagzeuger zu 53% ein Tier

Nachdem zwei Tage zuvor Die Türen hier mit ihrem Mathematik-Referendarhaftem Habitus mich und wohl noch viele andere hoffnungsvolle Besucher enttäuschten, war es gestern abend mal wieder richtig schön im Gebäude 9. Der Grund waren Asobi Seksu, eine Indierock-Band aus New York. Sängerin Yuki, ein etwa 1 Meter 55 kleines Persönchen, bildet mit ihrem hellen, Kinderlied-kompatiblen Gesang einen Kontrast zum schnellen, schmetternden Gitarren- und Drumsound der Band. Zueinander finden diese Elemente durch starke Hall-Effekte, wodurch man das Gefühl bekommt, auf einen Traumflug über Kirschblüten-Orgien und schneebedeckte heilige Vulkane geschickt zu werden. Gesungen wird mal englisch, mal japanisch, wobei die kantigen Silben und vor allem die stimmhaften Vokale in letzterer Sprache wunderbar zum sphärisch-schwebenden Gesamtklang passen.
Asobi Seksu ist natürlich japanisch und bedeutet soviel wie ausgelassener Sex oder Spaß-Sex. Auch wenn sich die Groupie-Schlange in Grenzen hielt, präsentierte sich die Band nach dem Konzert volksnah und signierte fleißig jede gekaufte CD. Auch auf der Bühne haben sie - dem Namen konform - Spaß. Beim letzten Song vor der Zugabe setzt sich Sängerin Yuki hinter die Drums und wird von diesen beinahe verschluckt. Schlagzeuger Ben positioniert ein einzelnes Crash-Becken im Vordergrund, verkriecht sich darunter und hämmert wie ein BSE-infiziertes Neugeborenes darauf ein. Aber Ben ist schließlich auch an animal oder The animal, wie dankenswerterweise vom Rest der Band aufgeklärt wird, mindestens zu 53%.

Freitag, November 09, 2007

Konzert MELDUNG und Alonius Punk

Es war wieder Zeit für Experimentelle PowerPunkRockbeatz, mit klarer Ansage versehen. Und die haben MELDUNG am Mittwoch Abend im Blue Shell begeisternd geboten. Mrs. PowerPunkrock und Mr. WildPerfect leben auf der Bühne puren Spaß und übertragen den mit ihrer Energie auch ins Publikum. Die Fangemeinde scheint immer größer zu werden. Kein Wunder, schließlich bieten MELDUNG auch einiges fürs Auge - innovative, während der Show wechselnde Kostümierungen und besonders die erweiterte Bühnenshow der beiden Background-Frontground-Tänzerinnen Mrs. Rockin'Rockit und Crazy Gummit. Wenn die beiden als sexy Amazonen über die Bühne laszivieren, wird's im Saal noch heißer. Über Groupie-Mangel kann sich die ganze Band mittlerweile nicht beklagen.
Im Anschluss dann Alonius Punk, die eher als typische Indie-Punk-Gitarrenband daherkommen, dann aber immer wieder mit Electro-trashigen Elementen überraschen. Dieser Mix klingt teilweise etwas ungewohnt, aber innovativ und Energie-geladen. Langweilig wird es jedenfalls auch bei diesen zwei Jungs nie.

Dienstag, November 06, 2007

Auf, auf zum Kampf, Du schöner Öko-Krieger!

Hier wird mal ein wirklich wichtiger UNO-Gedenktag erwähnt - der Internationale Tag für Die Verhütung der Ausbeutung der Umwelt in Kriegen und bewaffneten Konflikten, der heute ist. Dabei wird jedoch nicht genügend an das ökologische Potential mancher Kriege gedacht. Das ist eigentlich typisch deutsche Miesmacherei: immer nur die möglichen Risiken einer Unternehmung betonen und nicht auf die großartigen Chancen fokussieren - so kommt man am Ende zu nichts!
Einige Beispiele für ökologische Nachhaltigkeit als Sekundäreffekt von Konflikten:
Der Krieg zwischen Regierung, rechten Paramilitärs, linker Guerilla, Drogenbaronen und Indios in Kolumbien. Die meisten dieser Gruppen profitieren vom dichten Regenwald, der in den Kordilleren noch steht. Auch die US-Geheimdienste, die am Kokainanbau mitverdienen, freuen sich, dass sie dank dichtem Blätterdach nicht von ihren Kollegen im Satellit hoch oben geortet werden können. Klar, dass der Wald dort eine größere Chance zu überleben hat als andernorts, wo er lediglich zu schönen Möbeln verarbeitet nützlich ist.
Die Taliban werden sicher auch nicht daran interessiert sein, dass ihre Feinde ganzjährig -infolge der Klimaerwärmung - leichten Weg in ihre bergigen Hindukush-Verstecke haben. Folglich ist anzunehmen, dass sie bereits eifrig an Hightech-Projekten zur Verminderung des CO2-Ausstoßes arbeiten - Innovation dank bewaffnetem Konflikt.
Wir alle wissen, wie grün es entlang des Eisernen Vorhangs grünte und welch naturbelassene Auen Flüsse wie Elbe und Oder daher noch vorweisen können. Auch das eine Begleiterscheinung eines wenn auch nur Kalten Krieges
Falls ins Visier der Nato einmal ein Schurkenstaat gerät, der große Staudämme errichtet hat und diese im Sinne der Kriegsführung ein lohnendes Ziel darstellen, könnte man nebenbei auch hier einiges für die natürlichen Wanderwege von Flussfischen erreichen.
Etc etc.
Man sieht: Den ökologisch korrekten Krieg gibt es. Das werden bald auch die verbohrten Pazifisten in der UNO erkennen.

Montag, November 05, 2007

Kulturwochenende: Kranke Brasilianer zum Abschluss

Ein langes Wochenende erfüllt von Liebe, Kultur und gutem Essen liegt hinter mir. Kleine Auszüge, nur aus dem Kulturprogramm natürlich - pikante Details aus anderen Bereichen könnten empfindliche Zungen leicht überstrapazieren:
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Galerie Braubach (neben dem Expo XXI - Gelände): Interessante Collagen und sinnliche Hydranten lassen sich ganz allein in Zweisamkeit und mit dem obligatorischen Gratis-Alkohol in der Hand besonders stimmungsvoll rezipieren
- Planet Terror: Netter Splatter-Trash-Movie. Werde meine nutzlosen Talente ab jetzt auch nummerieren und katalogisieren
- Geburtstagsparty von
plus49 - der sympathischen Band, die für die Erkennungsmelodie des Köln-Bonner Flughafens verantwortlich zeichnet
- Aufgehobene Zeit: Mit weichen Farben und scharfen Konturen verewigte Balthus, der leicht pädophile Schwerenöter, seine 10- bis 15jährigen Modelle. Im
Museum Ludwig gabs das erste Mal in Deutschland eine Einzelausstellung
Und dann gestern Abend im Gebäude 9 das Konzert von Bonde do Role. Baila-Funk nennt man den Stil offiziell. Das bedeutet in diesem Fall Vorprogrammierte Gitarren- und Samba-Klänge, live mit Gesang begleitet von dem brasilianischen Trio, das auf der Bühne einfach puren Spaß zelebriert und den auch ins Publikum trägt. Schnelle Beats gepaart mit schrägen, verzerrten Tönen und südlicher Lebensfreude, dazu einige angespielte 80er-Jahre-Hymnen a la "Final Countdown" als Erkennungskorsett zum noch wacher werden. Da blieb kein Bein auf dem Boden und kein T-Shirt trocken. Leider geriet der Auftritt etwas sehr kurz, was aber wohl daran lag, dass sich die ganze Wärme-gewohnte Band beim Touren durch regennasse Konzertwochen in zugigen europäischen Hallen erkältet hatte.