Mittwoch, Oktober 10, 2007

Jag älskar sverige!

Wie haben die Schweden es nur geschafft, dass wir ihnen alle Produkte, die sie auf den Markt werfen, mit größter Begeisterung aus den Händen reißen? Zuerst haben sie ihrer Nation ein perfektes Image verpasst - durch geschicktes Lancieren von sympathischen Kür-Tugenden wie unpiefiger Gemütlichkeit, Lebensfreude und Weltoffenheit auf den Mentalitäten-Weltmarkt. Dann haben sie beschlossen, dass etwa die Hälfte von ihnen in Pop- oder Indiebands durch die Lande tourt und gute Laune verbreitet (auch die punkigsten Musiker tragen dabei gerne Blumenkränze auf blondem Haar). Der Rest arbeitet daheim daran, einen großzügigen Sozialstaat am Laufen zu halten, Flüchtlinge aus armen Ländern tatsächlich in ihr Land zu integrieren oder er überhäuft die verdienstvollsten Wissenschaftler aus aller Welt mit schönen Preisen. Auch in ordentlicher Alkoholseligkeit zu schwelgen, ohne aus friedlicher Grundstimmung zu fallen ist eine Kunst von ihnen. Klar, dass wir ein rundum positives Bild des kleinen Volkes im Norden haben, wie so manche bekannte Folkloreband weiß.
Haben wir aber nicht gelernt, dass man mit pauschalen Vorurteilen aufpassen muss, auch wenn es sich um positive handelt? Diese durchweg sympathische Außenwirkung - mir schwant: Die Schweden sind die Delfine unter den Menschen. Wahrscheinlich werden alle Landeskinder, die nicht gleich nach der Geburt eine hübsche Singstimme, den Hang zu glänzend blonden Haaren oder wenigstens zu einer edlen Gesinnung zeigen, zu Köttbullar verarbeitet. Irgendeinen Haken muss es doch geben an diesem grundsüßen Land.