Mittwoch, September 19, 2007

Shout out Louds, The Concretes

Man nehme: einen festen Grundstock eingängiger Poprhythmen, melancholische und trotzdem schwebende Melodien, die gut zu den oft vom Verlassenwerden und Wiederkommen handelnden Texten passen, und als Schmankerl einige Percussion-Elemente. Und schon haben die Shout Out Louds bereits mehr als genug, um ein gut proportioniertes Publikum zu begeistern. Verständlich, denn die Musik der Schweden macht Spaß, auch wenn einige Songs sehr ähnlich klingen.

Zeichnet eigentlich die gute Luft verantwortlich dafür, dass soviele Popbands dem 8-Millionen-Volk der Schweden entstammen? Oder die dortige Kulturförderung? Oder fehlende Beschäftigungsalternativen an dunklen Wintertagen?
Egal - auch bei The Concretes (Foto) war der Saal im Bürgerhaus Stollwerck schon komplett gefüllt - ungewönlich für eine Vorgruppe, aber verdient. Wenn Lisa Mitland singt, sieht man sie vor sich mit Blumen im Haar durch einen Garten schreiten, im Hintergrund fröhlich feiernde Menschen beim Mittsommernachtsfest. Sie kontrastiert ihre nordische Natur gerne mit afrikanischer Umstandskleidung. Verziehen, besonders wenn sie beim Singen von Gitarristin Maria unterstützt wird. Deren tiefe braune Augen erfassen wehmütig den weiten Himmel über der Schärenküste. Aber ach, ich bin ja noch in der kleinen Kölner Konzerthalle.