Sonntag, Dezember 03, 2006

Sprechen unsere Namen ein Urteil über uns?

Durfte ein Mann, der Winfried Nass heißt, Geschäftsführer der Stadiongesellschaft Frankfurt werden? Wo diese doch für den Neubau des Frankfurter Fußballtempels verantwortlich zeichnet? Am 1. 10. 2005 jedenfalls brach die kühne Dachkonstruktion der neuen Arena unter großen Wassermassen zusammen, was die Spielfläche in eine öffentliche Badeanstalt verwandelte.
War nicht vorhersehbar, dass ein Mann mit Namen Ernst Zündel mit der Schnur spielen würde, die an der explosiven Mischung aus Schuldverdrängung und neuem Nationalismus hängt? Der Herr ist wegen Leugnen des Holocausts angeklagt. Seine frühere, wegen ebenfalls rechtsextremer Äußerungen abgelehnte, Pflichtverteidigerin heißt übrigens Stolz mit Nachnamen.
Feldforschungen über die Wirkungskraft von Namen könnte man womöglich in Tuntenhausen, Fickmühlen, Eichelhardt oder Petting anstellen, oder weiteren deutschen Gemeinden, deren skurrile Namen
hier nachlesbar sind.
Doch was, um Gottes Willen, steht Europas Verbrauchern bevor? Das frage ich mich angesichts des Namens vom Pressesprecher unseres EU-Verbraucherschutzkommissars
Philip Tod.
Einen Trost stellt da vielleicht das geringe Maß dar, in dem HSV-Torwart Stefan Wächter zur Zeit der Verpflichtung nachkommt - die sich aus seinem Namen ergibt - und über das Tor des Bundesliga-Vorletzten wacht.