Samstag, Dezember 23, 2006

Great bands in town



Am 19.12. im Gebäude 9 : The Thermals. Richtig guter krachender Garagen-Rock, der die Halle zum Vibrieren brachte.

Nicht ganz in Köln, dafür aber in fast jeder größeren Stadt drumherum : Morrissey. Brauche ich nicht zu kommentieren.

Weihnachten light

Als gewohnt kritischer Geist, insbesondere was die Konsumgesellschaft betrifft, muss ich ja dieser Tage feststellen: Es fehlt etwas. Etwas, worüber mich zu echauffieren mir in manch vergangenem Jahr doch eine klammheimliche Freude bereitete, möglicherweise verbunden mit einer gesellschaftlichen Standortbestimmung.
Wo sind die Lichterketten, die unzähligen Weihnachtsmänner in unseren Straßen, die Berieselung mit Christmas-Gassenhauern allerorten und der ganze sonstige Schlönz?
Jahrelang war es mir in Fleisch und Blut übergegeangen, pünktlich zu den feierlichenTagen und zeitweise bereits immer früher im Herbst mit einem Ausdruck der Missbilligung und dem Gefühl des überlegenen Mitleids ob der vielen verführten und verlorenen Seelen durch die Straßen zu wandeln. Oft genug auch halbwegs versöhnlich gestimmt, ließ sich dann so mancher Glühwein die Kehle hinunterkippen.
Und dieses Jahr nun mit Weihnachten auf Sparflamme, woran sicher auch das Wetter (konsumschädigende Erderwärmung) Schuld ist, ist es mir auch nicht recht zu machen. Etwas braucht der Mensch halt, worüber sich zu ärgern lohnt.
Ein Dankeschön sei hier übrigens an alle Mitbürger gerichtet, die den Weihnachtsmännern das
Hochklettern an Hausfassaden beigebracht haben. Sie haben mir etwas vom "Yeaahh, wie geschmacklos" - Feeling bewahrt.

Sonntag, Dezember 03, 2006

Gönnen Sie uns ein Leben, Herr Feldbusch, äh... Poth!

(Ja, ich habe Christiansen gesehen..)
Franjo Poth, Geschäftsführer eines freundlichen kleinen Start-up-Unternehmens, bekannt aber eher als Ehemann von Verona Poth (ehem. Feldbusch), fordert von den Mitarbeitern seiner Firma, dass um zehn Uhr abends noch selbstverständlich das Licht in ihren Räumen brennt. Gerne würde er auch für den Rest der arbeitenden Bevölkerung derart frondienstliche Arbeitszeiten verwirklicht sehen.
Dass Herr Poth gerne bis in die Puppen aktiv ist, sei ihm nachgesehen - wer möchte schon das Feierabend-Programm, das ihm bevorsteht, unnötig ausdehnen?! Und wenn man ihn so sieht und hört, kann man sich gut vorstellen, dass ihm eine Stunde in der Woche genügen sollte, seine Bedürfnisse an Kultur, nicht-geschäftlicher Kommunikation und Drogierung zu befriedigen.
Doch nur weil Herr Poth kein Privatleben zu haben scheint, muss er doch nicht uns Bonvivants und Bohemiens, die wir die Bereiche Intellekt, Kultur, Lust und Rausch pflegen, dass sie der Gesellschaft nicht ganz abhanden kommen, unserer Lebenselemente berauben. Schließlich konsumieren wir ja auch hin und wieder seine Musikabspiel-Produkte.

Grund für Verkehrschaos erkannt


Mit einem technischen Großversuch übten die Kölner Verkehrsbetriebe in den letzten Tagen schon einmal für die kommende Karnevals-Session.
Um die närrische Stimmung in allen Bereichen des öffentlichen Lebens spürbar zu machen, will man entlang der Ringe-Strecke viele Bahnen aneinanderreihen und sie zu eingängigen Schlagern schunkeln lassen.
Leider verursachte die Probe des Ereignisses bei vielen Fahrgästen Übelkeit und Verdruss darüber, dass man zu spät zur Arbeit kam.

Sprechen unsere Namen ein Urteil über uns?

Durfte ein Mann, der Winfried Nass heißt, Geschäftsführer der Stadiongesellschaft Frankfurt werden? Wo diese doch für den Neubau des Frankfurter Fußballtempels verantwortlich zeichnet? Am 1. 10. 2005 jedenfalls brach die kühne Dachkonstruktion der neuen Arena unter großen Wassermassen zusammen, was die Spielfläche in eine öffentliche Badeanstalt verwandelte.
War nicht vorhersehbar, dass ein Mann mit Namen Ernst Zündel mit der Schnur spielen würde, die an der explosiven Mischung aus Schuldverdrängung und neuem Nationalismus hängt? Der Herr ist wegen Leugnen des Holocausts angeklagt. Seine frühere, wegen ebenfalls rechtsextremer Äußerungen abgelehnte, Pflichtverteidigerin heißt übrigens Stolz mit Nachnamen.
Feldforschungen über die Wirkungskraft von Namen könnte man womöglich in Tuntenhausen, Fickmühlen, Eichelhardt oder Petting anstellen, oder weiteren deutschen Gemeinden, deren skurrile Namen
hier nachlesbar sind.
Doch was, um Gottes Willen, steht Europas Verbrauchern bevor? Das frage ich mich angesichts des Namens vom Pressesprecher unseres EU-Verbraucherschutzkommissars
Philip Tod.
Einen Trost stellt da vielleicht das geringe Maß dar, in dem HSV-Torwart Stefan Wächter zur Zeit der Verpflichtung nachkommt - die sich aus seinem Namen ergibt - und über das Tor des Bundesliga-Vorletzten wacht.

Samstag, Dezember 02, 2006

Vorstadt-Unruhen nun auch in Köln-Ehrenfeld?


Krawalle statt Karneval? (Der Autor möchte sich hier nicht als Boulevard-Journalist bewerben!) Fest steht: was eigentlich ein kleiner Brand eines Müllhaufens ist, könnte bei einigen Menschen leicht Assoziationen mit Chaos und Aufstand bestimmter Bevölkerungsgruppen hervorrufen und der Vergewisserung dienen, dass multiethnisches Zusammenleben automatisch nach Sodom und Gomorrha führt.